Wie Sie mit wenig Aufwand Ihre Methoden aus Präsenzseminare in Online-Methoden umwandeln können

Vom Präsenz-Trainer zum Online-Trainer:
Wie Sie mit wenig Aufwand Ihre Methoden aus Präsenzseminaren in Online-Methoden umwandeln können

Immer wieder werden Trainer-Kolleginnen und –Kollegen von Unternehmen gefragt, ob sie ihre Themen auch als Online-Seminare anbieten. Viele der Trainer sind sich aber noch unklar, ob das was für sie ist. Oft ist es auch die Scheu, wieder so viel Neues lernen zu müssen und sich in diese ganz anderen Welten einzuarbeiten.

In diesem Beitrag möchte ich Sie ein wenig ermutigen, indem ich zeige, dass Sie ja schon ganz viel mitbringen aus Ihrer Trainerpraxis und dass sie vieles von dem einsetzen können, was Sie schon haben.

Schauen wir uns einige konkrete Methoden an, wie Sie diese ohne oder mit nur wenig Veränderung auch in Online-Seminaren einsetzen können.

Achtung, auch für Nur-Präsenztrainer lesenswert!

Auch wenn Sie am Thema Online-Seminare im Moment nicht interessiert sind: Ich stelle die Methoden erst als Präsenzmethoden vor, Sie können ja dann die Online-Varianten ignorieren.

Wie können Sie Präsenz-Methoden in Online-Methoden umwandeln

Zuerst stelle ich die jeweilige Präsenzmethode vor, dann eine Variante für ein Webinar und eine Variante für die Arbeit in einem Forum.
Manche Methode ist besser für ein Webinar geeignet, andere mehr fürs Forum und andere kann man in beide Formen übertragen.

Ich stelle Ihnen Methoden zu verschiedenen Seminarphasen vor: eine zum Einstieg, Themen-Input, Wiederholung, Transfer und Auswertung

Centering – zum Einstieg

Das Centering ist eine Entspannungsübung zum Einstieg in ein Seminar, das den Teilnehmern hilft, nach eine Anreise oder einem langen Tag nicht nur körperlich, sondern auch geistig anzukommen.

Im Präsenzseminar

Die Teilnehmer setzen sich entspannt hin, im Hintergrund läuft leise Musik und der Trainer spricht dazu einen Text, bei der die Teilnehmer noch einmal den bisherigen Tag ablaufen kommen, um schließlich im Raum anzukommen. Dazu können noch einige positive Impulse gegeben werden, wie: „—und du bist nun ganz neugierig, was dich hier im Seminar erwartet…“ usw.

Im Webinar

Im Webinar kann ich es ganz genauso machen, da gibt es keinen Unterschied. Bei edudip kann ich vorher Entspannungsmusik von YouTube einstellen, die ich dann im Hintergrund laufen lassen kann und dazu spreche ich meinen Text.

Dazu stelle ich noch ein schönes Landschafstfoto ein, obwohl ich den Teilnehmern empfehle, die Augen dabei zu schließen.

Im Forum

Im Forum habe ich eine Audio-Datei eingestellt bzw. zwei zur Auswahl: eine mit und eine ohne Begleitmusik. Denn manche lenkt das ab, anderen hilft die Musik bei der Entspannung.

Die Teilnehmer können selbst entscheiden, wann und wo sie diese Übung dann durchführen.

Für den Trainer bedeutet das ein wenig mehr Arbeit, ich muss es eben vorher aufnehmen und so bearbeiten, dass ich es im Forum einstellen kann.
(Tipp: Mit Audacity ist das aber kein Zauberwerk).

 

Einführung in ein Thema oder Themen-Input mit einer Lernlandschaft

Im Präsenzseminar

Die Lernlandschaft nenne ich oft meine Alternative zu PowerPoint-Vorträgen, die ja auch viele Präsenztrainer halten.

Dazu bereiten Sie Karten mit Stichworten vor, die in das Thema einführen und zu jeder Karte suchen Sie einen passenden Gegenstand. Dieser sollte möglichst merk-würdig sein, also witzig, übertrieben, auffallend etc. Denn das fördert die Konzentration und Neugier Ihrer Teilnehmer und bleibt auch besser im Gedächtnis.

 

 

Im Webinar

Dazu können Sie Fotos einstellen,  die jeweils ein Stichwort mit Gegenstand abbilden und die Folien nach und nach zeigen und dazu das gleiche erläutern, was Sie im Präsenzseminar dazu sagen.

Als Variante können Sie das Stichwort auf die Folie schreiben und dazu einen passenden Gegenstand in die Webcam halten.

 

Im Forum

Dazu habe ich eine PowerPoint-Bildschirmpräsentation in einem Video aufgenommen. Dort erscheint dann erst das Stichwort und dann das Foto mit dem Gegenstand. Die Teilnehmer können sich in ihrem Tempo durchklicken oder Sie stellen es vorher auf soundsoviel Sekunden ein, wann die nächste Folie kommt.

Schlichtere Variante:
Sie können die Fotos der Lernlandschaft in den passenden Text einfügen, in dem Sie schriftlich Ihre Erläuterungen geben.

Wiederholungsübung Wort und Bild

Im Präsenzseminar

Auf einem Tisch liegen zwei Karten-Stapel mit der Schrift nach unten verteilt. Auf der Rückseite sind Fotos oder Bilder aufgeklebt.
Die Motive der Fotos sollten aus zwei unterschiedlichen Themenbereichen kommen. Beispielsweise links Naturfotos und rechts Bilder von Gemälden.

Bei mir sind es einmal Fotos aus dem Bergischen Land und rechts Fotos aus der Sahara (das ist auch deutlich zu unterscheiden :-).

Auf der linken Seite stehen Fachbegriffe oder ein Stichwort zu den Seminarinhalten, auf der rechten Seite die Namen der Teilnehmer.
Dazu lasse ich diese vorher ihre Namen auf ein Post-it schreiben, das ich schnell auf die Karten klebe, bevor ich sie umgekehrt auf den Tisch lege.

Verlauf

Ein Teilnehmer beginnt, hebt eine Karte von links auf, legt sie umgedreht auf den Tisch und liest den Fachbegriff vor.

Dann dreht er eine rechte Karte um und der Teilnehmer, dessen Name dort steht, muss nun etwas zu diesem Fachbegriff sagen.

Dazu können Sie unterschiedliche Aufgabenstellungen geben. Entweder er sagt einfach nur einen Satz dazu oder er soll es ausführlicher erläutern oder ein Beispiel bringen etc.

Dann dreht er die nächsten zwei Karten um (Fachbegriff und Teilnehmer), so dass nach und nach jeder mal einen Begriff erläutern muss.

Im Webinar

Diese Methode erfordert ein wenig Abwandlung. Die Fachbegriffe sind auf der Folie sichtbar, was aber ebenso zufällig gestaltet werden kann, ist die Auswahl, welcher Teilnehmer wozu etwas sagen soll.

Dazu sind auf der Folie neben den Fachbegriffen Zahlen und ein Teilnehmer ordnet ganz willkürlich mit einer Linie jedem Fachbegriff eine Zahl zu.

Danach wird die nächste Folie gezeigt, auf der neben jeder Zahl ein Name eines Teilnehmers steht.

Im Forum

Hier habe ich eine Liste mit Fachbegriffen eingestellt (auch das können Sie visuell etwas schöner gestalten, die Begriffe beispielsweise mit der Hand schreiben oder sonst wie gestalten) und jeder Teilnehmer soll dann blind mit dem Finger auf die Begriffe tippen.

Zu dem ausgewählten Begriff schreibt er dann einen Satz (oder mehr) ins Forum drunter, was ihm dazu einfällt.

Das kann hier dann noch erweitert werden, dass andere auch nachfragen können, das Beispiele dazu eingestellt werden etc.

 

Mit Kopfstand den Transfer meistern

Im Präsenzseminar

Die Fragestellung können Sie auf ein Flipchart schreiben und die Teilnehmer entweder einzeln oder in Gruppen zu einem Brainstorming einladen.
Die einzelnen Ideen sollten auf jeden Fall notiert werden, auf einem Papier, auf einem Flipchart, auf Moderationskarten auf der Pinwand- je nach Arbeitsform.

Die Frage lautet: Was kannst du aktiv tun, damit du nichts von dem Seminar umsetzt?

Dieses paradoxe Brainstorming macht den Teilnehmern in der Regel großen Spaß.

Im nächsten Schritt geht es dann darum, die gesammelten Negativ-Ideen ins positive umzuwandeln mit der Frage: Was kann ich tun, damit ich möglichst viel aus diesem Seminar umsetze?

Dazu schaue ich mir Punkt für Punkt an. Zu jedem Negativ-Satz kann dann eine positive Idee kommen, es können aber auch durchaus mehrere sein. Alles, was einem dazu einfällt, wird ebenfalls notiert.

Im Webinar

Nach dieser Einstiegsfolie und Erläuterung wird ein leeres Whiteboard geöffnet, auf dem die Teilnehmer dann gleichzeitig in ein Brainstorming einsteigen und alle Ideen aufschreiben.

In meiner Online-Trainer-Ausbildung machen wir diese Übung beim vorletzten Webinar, so dass die Teilnehmer dann Zeit haben, in der letzten Woche daran weiterzuarbeiten. In diesem Fall findet die Weiterarbeit dann im Forum statt.

Beim Beispiel oben war es ein einmaliger Workshop, da können die Teinehmer nur anschließend alleine die Fortsetzung durchführen, also die neagtiven Ideen in positive konkrete Schritte umwandeln.

Im Forum

Hier können die Teilnehmer dann gemeinsam die Punkte des „Negativ-Brainstormings“ in positive Ideen umwandeln. Dazu stelle ich einen Screenshot vom Whiteboard aus dem Webinar ein und jeder notiert darunter seine konkreten Ideen. Die wiederum weitere Ideen bei anderen auslösen können. Wie bei sonstigen Brainstormings auch. Nur dass es hier zeitlich etwas verzögert stattfindet.

 

Was angeln Sie aus dem Fischteich – zur Auswertung

Im Präsenzseminar

Dazu bereiten Sie eine Pinwand vor. Sie können dort ein Fischnetz zeichnen oder ein richtiges Netz drüber spannen und die Teilehmer schreiben Stichworte auf zwei verschieden farbige Moderationskarten.

Was habe ich geangelt, was nehme ich mit?

Was lasse ich im Teich zurück?

Jeder füllt die Karten für sich aus und nacheinander hängen die Teilnehmer ihre Karten an die Pinwand und erläutern sie.

Im Webinar

Dazu bereite ich eine entsprechende Folie vor, wo die Teilnehmer dann mit dem Textwerkzeug entsprechende Stichworte notieren können und wer mag, auch noch mündlich ergänzen.

Im Forum

Im Forum können Sie eine Word-Datei anhängen, auf der zwei Fische gezeichnet sind. Die Teilnehmer können dann dort schriftlich ihre Feedbacks notieren.

Das waren jetzt eine Menge Beispiele, die Ihnen sicher gezeigt haben, wieviel Sie schon in der Tasche haben, das Sie leicht verändert auch in Online-Seminaren nutzen können.

Ich kann für mich nur sagen, dass es mir zudem total Spaß macht, da kreativ an den Methoden rumzubasteln und oft auch mit den Teilnehmern zusammen noch weitere Varianten zu entwickeln.

 

Wenn Sie mehr lernen wollen

Am 24.07.2017 startet meine 16. Online-Trainer-Ausbildung.

Anmeldeschluss ist der 19.07.2017

Melden Sie sich am besten direkt an und sichern Sie sich Ihren Platz. Die Höchtsteilnehmer-Zahl liegt bei 10, damit wir intensiv miteinander arbeiten können.

Ausführliche Informationen zur Online-Trainer-Ausbildung finden Sie hier.

 

 


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