Whiteboard und Folien im Webinar einsetzen

Webinar-Tools, Teil 3: Das Whiteboard

In dieser Serie stelle ich Ihnen die verschiedenen Tools in einem Virtuellen Klassenraum vor (VC), die Sie in Webinaren nutzen können.

Dabei zeige ich Ihnen konkret, für welche Methoden Sie diese nutzen können, damit das Trainieren und Lernen wirklich lebendig und vor allem mit Teilnehmeraktivierung stattfindet. Denn nur, wenn die Teilnehmer selbst aktiv werden, lernen sie wirklich dauerhaft.

Textwerkzeuge und Zeichenwerkzeuge

In diesem Beitrag geht es nicht nur um das klassische Whiteboard, also eine weiße Fläche, auf der die Teilnehmer schreiben oder zeichnen können.
Sondern es geht vor allem um die verschiedenen Textwerkzeuge und Zeichenwerkzeuge und wie Sie diese nutzen können.

Und damit kommen wir zu einem wichtigen Punkt, der auch die Auswahl der Plattform bestimmt, auf der ich meine Webinare durchführe.

Whiteboard und Folien

Für meine Arbeit und die Methoden, die wir anwenden, ist es wichtig, dass die Text- und Zeichenwerkzeuge des Whiteboards auch zur Verfügung stehen, wenn ich vorbereitete Power Point Folien oder eine PDF zeige. Denn dort bereit ich bestimmte Methoden vor, wo die Teilnehmer anschließend etwas eintragen oder ankreuzen oder schreiben sollen.

Bei manchen Plattformen ist das aber strikt getrennt: Da habe ich entweder das nackte Whiteboard mit den Werkzeugen oder die Folien, wo niemand drauf schreiben kann. Oder nur die Trainerin.  

Bei edudip und beispielsweise auch Adobe Connect ist das zum Glück nicht so, daher nutze ich sie am liebsten.

Methoden, die ich im Video zeige

Hier nun die konkreten Methoden, die ich im Video zeige, die jeweiligen Teilnehmer-Aktivitäten und ob ich dazu eine vorbereitete Folie (F) oder das Whiteboard (W) nutze.

Methoden                             Teilnehmer-Aktivitäten                  F/W

Vier Ecken                     ankreuzen, evtl. im Chat ergänzen              F

Erwartungen                  umkringeln                                               F
ABC                              schreiben                                                 F

Einführung in ein Thema  schreiben                                                 F

Brainstorming                schreiben und clustern                               F / W

Stand der Dinge             zeichnen                                                  F

Tabelle ausfüllen            schreiben                                                 F

Einige der Methoden könnte ich auch auf einem Whiteboard machen, dann müsste ich aber vorher zumindest das Thema oder die Fragestellung oben auf das Whiteboard schreiben. Das geht je nach Plattform nicht vorher, sondern erst, wenn ich im Webinar-Raum bin. Daher ist es mit einer vorbereiteten Folie entspannter und ich kann sie schöner gestalten.

Vor allem, wenn ich auch Fotos oder Grafiken einbinden will, geht das auch meist nur auf einer Folie. Beispielsweise bei Skype for Business kann ich auch auf dem Whiteboard ein Foto hochladen, das ist aber meist nicht der Fall.

Pinwand und Moderationskarten

Im Grunde können Sie so ein Whiteboard bzw. eine Folie, die Sie wie ein Whiteboard nutzen, wie eine Pinwand in Präsenzseminaren einsetzen. Statt Moderationskarten schreiben die Teilnehmer in Textfelder, die Sie anschließend hin und her schieben, clustern und ordnen können und Oberbegriffe dazu schreiben.

Gezielter Webcam-Einsatz in Webinaren

Im folgenden Video zeige ich Ihnen verschiedene Arten, wie Sie die Webcam in Ihren Live-Online-Seminaren und Webinaren einsetzen können. Und wann es auch sinnvoll sein kann, sie vielleicht einmal auszuschalten.

Verschiedene Einstellungen und Einsatzmöglichkeiten der Webcam

Welche verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten gibt es? Wann ist es sinnvoll, das Webcam-Bild des Trainers groß zu übertragen? Wann kann es auch methodisch sinnvoll sein, sie auszuschalten?
Und was ist mit der Webcam der Teilnehmer? Sichtbar oder unsichtbar?

Zu all diesen Fragen zeige ich Ihnen kurze Beispiele und schildere Ihnen meine Erfahrungen.
Ich freue mich auf Kommentare im Blog, was Ihre Erfahrungen sind und wie Ihre Meinung zum Thema ist. Denn meine hat sich in den letzten Jahren sehr verändert 😉 .

Hier können Sie einen früheren Beitrag dazu lesen, als ich das zum Teil noch etwas anders sah.

 

Ich freue mich, wenn Sie im Kommentar auch Ihre Erfahrungen mitteilen, wie Sie die Webcam für unterschiedliche Methoden und Formate einsetzen.

Ist Online-Lernen langweilig? – Lustige Gegenbeispiele von Kollegen

Obwohl ich ja selbst schon viele verrückte Dinge in meinen Online-Seminaren ausprobiert habe und da auch sehr kreativ bin, bin ich doch mal wieder entzückt, was es ständig noch an neuen Erlebnissen und Erfahrungen gibt.

Hier ein paar Beispiele:

Am letzten Tag der Online-Technik-Challenge auf Facebook von Frank Katzer hatte er Geburtstag. Und spontan traf sich eine ganze Gruppe bei Zoom, man sah 15 verschiedene Menschen mit ihrer Webcam, die dann gemeinsam ein Geburtstagsständchen für Frank sangen. Natürlich schief und schräg, weil es sekundenmäßige Tonverschiebungen gab, aber das machte überhaupt nichts. Die Idee!

Gleichzeitig war ja auch das KameraSpiel mit Ludwig Linnekogel gestartet. Inzwischen dämmert mir auch, wieso das Spiel heißt. Wir bekamen jeden Tag einen Video-Aufgabe, gleichzeitig konkrete Tipps und am Ende der 1. Woche mussten wir Punkte (=Videos) eintragen und dann erst wurde man für das 2. Level freigeschaltet. Es gibt vier Spielgruppen, eine Preisverlosung Sonntag in einer Live-Übertragung. Heute haben wir unsere Superman/Superfrau kreiert und gefilmt und viele tolle Dinge mehr.
Dass das Ganze nur virtuell ist, merkt man kaum, zumal wir gerade live-Treffen in verschiedenen Städten planen.

Frank und Ludwig haben sich zudem gegenseitig in den Gruppen besucht und Live-Calls abgehalten. Also keine Konkurrenz, sondern ein wunderschönes Miteinander. Es gab einige Teilnehmer, die wie ich, in beiden Veranstaltungen herumhüpften, die sich wunderbar ergänzten. „Hallo, du auch hier?“

Und auch wir Teilnehmer geben uns gegenseitig Tipps, machen schnell ein kleines Erklärvideo zu einem Thema, wo jemand gerade fragt oder klemmt.
Ich würde alleine etliche Dinge gar nicht auf die Reihe kriegen, aber dann trifft sich ein Kollege mal eben mit mir bei Zoom und zeigt es mir. Oder umgekehrt. Also, ich bin mal wieder aktuell ganz begeistert von den Sozialen Medien, die ich immer wieder auch als sehr sozial erlebe.

Wo wir gemeinsam arbeiten und lernen und uns unterstützen.

Das Ganze macht einfach einen ungeheuren Spaß!

Und jetzt zum Ende kommt mir erst die Idee, dass ich dazu natürlich eigentlich ein Video drehen müsste, da es bei den beiden Gruppen ja immer um Videos ging. Also los!

Tipps für Webinare: Umfragetools

Heute möchte ich eine Art „Serie“ starten, in denen ich nach und nach verschiedene Tools für Webinare vorstelle. Und dabei natürlich wie immer das mit ganz konkreten Beispielen und Methoden zeige.

Zeigen im wörtlichen Sinne, denn seit heute veröffentliche ich auch Videos! Mein allererstes zu der Frage: „Videos, Audios oder Texte?  Womit gehen Sie nach draußen?“ können Sie hier sehen.

In diesem Video zeige ich Ihnen das Umfragetool bei edudip und was daran besonders ist gegenüber anderen Webinar-Plattformen. Da ich das Video ohne Teilnehmer aufgenommen habe, sieht man leider nicht, wie die Ergebnisse angezeigt werden, das ergänze ich daher mit einem Foto.

Ich zeige es Ihnen bei edudip next, es geht aber ganz genauso mit der früheren edudip-Variante.

Ergebnisse präsentieren

So sieht es dann aus, wenn Sie am Ende der Umfrage die Ergebnisse präsentieren.

Videos, Audios oder Texte? – Womit gehen Sie nach außen?

Nach all den Video-Fortbildungen wage ich es nun und heute: ich veröffentliche hier meine ersten Videos!! Hurra!!

Passenderweise geht es darum, welche Kommunikationskanäle Sie vor allem nutzen und welche Sie vielleicht auch zukünftig ausprobieren möchten, um Ihre Kunden und Ihre Teilnehmer optimal zu erreichen.

Wer lieber liest statt Videos anzuschauen: Einen ausführlicheren Text finden Sie unter dem Video.

Ich freue mich auf Ihre Kommentare und bin gespannt, was Sie bevorzugen. Oder vielleicht auch Neues wagen wollen.
—————————————————-

Videos, Audios oder Texte?

Wir alle haben unsere persönlichen Vorlieben, wie wir am liebsten Informationen aufnehmen oder am besten lernen.

Lesen Sie lieber Zeitung oder schauen Sie lieber Nachrichten im Fernsehen? Lieben Sie Hörbücher oder setzen Sie sich lieber mit einem Schmöker in den Sessel? Oder schauen Sie sich gerne Filme an?

Wenn Sie selbst als Trainer Informationen weitergeben, nutzen Sie vielleicht auch unbewusst mehr die Kanäle, die Sie selbst am meisten mögen. Ihren Teilnehmern geht es aber vielleicht ganz anders?

Ich selbst bin bekanntermaßen ein Schreiberling und schreibe Bücher, Newsletter und Blogbeiträge.

Nun habe ich ja eine Fortbildung zum Thema Videos gemacht und will damit ab jetzt meine Kommunikationskanäle erweitern.

Warum?

Es ist nicht zu übersehen, dass Videos im Moment der große Hype sind. Und auch wenn ich persönlich lieber einen Text lese, zeigt es doch, dass es bei vielen Menschen offensichtlich anders ist. Also eine gute Gelegenheit, mal wieder die Komfortzone zu erweitern und mich an etwas Neues zu wagen.
Viele sehen sich lieber Videos an. Also ist es an mir, auch diesen Menschen etwas anzubieten und mich so mitzuteilen, dass sie es am leichtesten aufnehmen können.

Ich merke schon jetzt ganz am Anfang, dass es mir mit der Zeit sicher großen Spaß machen wird. Das Equipment steht bereit, 2 große Lampen, ein Stativ mit Hintergrundbild. Film ab!

Paradoxe Freude – Warum Online-Seminare mit viel Arbeit mehr Spaß machen

Heute ist der wunderbare Online-Workshop mit Brita Dose „Videos erstellen mit Camtasia“ zu Ende gegangen. Es hat nicht nur sehr viel Spaß gemacht, sondern ich habe auch irre viel gelernt, die anderen Teilnehmerinnen ebenfalls.

Bei der Endrunde im Abschluss-Webinar wurde mir eine wichtige Sache durch Britas Bemerkung klar. Sie meinte nämlich, dass auch ihr dieses Seminar so viel Spaß gemacht hat wie schon lange nicht. Und zwar, weil wir so aktiv mitgearbeitet haben.

Genauso geht es mir nämlich auch.  Wir machen beide immer diese Verbindung von Webinaren und Arbeit in der OAZE – Online-Akademie, wo wir schriftlich kommunizieren und bei diesem Thema eben auch die ganzen Videos eingestellt sind, in denen Brita uns in Camtasia einführte. Dazu gibt es ausführliche schriftliche Beschreibungen und eben ein Forum, wo wir uns austauschen.

Und natürlich auch unsere ersten Video-Produkte stolz präsentieren.

Viel Arbeit bringt mehr Freude

Brita war ganz schön gefordert. Wir ackerten nämlich alle brav die Lektionen durch, produzierten unsere Aufgaben und stellten sehr viele Fragen, die sie zeitnah beantwortete. Und genau das hat ihr eben so viel Freude gebracht.

Mir geht das ganz genauso. Ich könnte mich ja entspannt zurücklehnen, wenn im Forum nichts los ist und sagen. „Leicht verdientes Geld.“ Aber Spaß macht mir das nicht. Ich blühe vielmehr auch auf, wenn da wirklich was los ist, wir uns gegenseitig zu neuen Ideen inspirieren und miteinander intensiv arbeiten. Das ist zutiefst befriedigend als Trainerin, weil ich einfach so sehe, dass die Teilnehmer das Gelernte wirklich umsetzen und anwenden.

Austausch und Inspiration untereinander

In diesem Seminar habe ich dann auch aus Teilnehmer-Sicht noch einmal deutlich erlebt, wie anregend der Austausch untereinander ist. Denn ich habe mir auch die Videos der anderen angesehen und bin dadurch oft auf neue Ideen gekommen. Oder hochmotiviert, doch auch noch die nächste Lektion durchzuarbeiten, weil ich das auch können wollte, was C. da gerade gezaubert hatte.

Auf jeden Fall haben wir im Webinar darum gebeten, unbedingt noch ein Folge-Webinar oder mehr durchzuführen, wenn wir jetzt eine Weile weiter geübt haben und mit unseren Videos in die Welt gegangen sind.

Online-Seminar oder Online-Kurs

Daran merke ich, dass ich im Moment auf jeden Fall vorrangig weiterhin Online-Seminare mit dieser intensiven 1:1 Begleitung durchführen will, weil genau das eine solche Befriedigung schafft. Online-Kurse, bei denen die Teilnehmer weitgehend alleine lernen und die Kurse bei mir nur kaufen, werde ich zwar auch nach und nach erstellen, aber auf die Live-Online-Seminare mit direktem Teilnehmerkontakt möchte ich im Moment noch nicht verzichten.

Dazu passt auch:

Online-Seminare oder Online-Kurse

 

 

Es ist alle so schön bunt hier – Fokussierung und klare Ausrichtung

Was tun mit all den kreativen Ideen?

In den zwei vorherigen Beiträgen (Kreative Ideen mit ABC und mit Mind Map habe ich Ihnen Methoden gezeigt, wie Sie zu Ideen (beispielsweise für Blogbeiträge) kommen.

Es ist ja nicht so, dass ich keine Ideen hätte. Im Gegenteil, ich habe sehr viele Ideen und bin ein kreativer Mensch.

Struktur in die Ideen bringen

Die wirkliche Kunst ist es, sich nicht zu verzetteln oder im Chaos zu versinken. Sondern die Ideen zu sortieren, zu strukturieren, vor allem auch zu priorisieren, um dann zumindest auch einige davon umzusetzen. Denn sonst nützen die schönsten Ideen nichts. Gar nichts!

Was hat es mit den Scannern auf sich?

Vor Jahren habe ich mal das Buch von Barbra Sher über Scanner gelesen: „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast“.
Weiterlesen

Wie Reime beim Lernen helfen

Dass wir leichter und besser lernen, wenn es uns Spaß macht, ist eigentlich eine Binsenweisheit. Die leider in den meisten Schulen und Universitäten noch nicht angekommen ist. Aber es geht jetzt um uns selbst und unsere Seminarteilnehmer.

Wie lernen Sie eigentlich am besten? Wissen Sie das? Kennen Sie Ihre Vorlieben, Ihren Lerntyp, Ihre besten Lernstrategien?

Was meine ich hier mit Lernen?

Wenn ich hier von Lernen schreibe, meine ich damit nicht, bloßes Wissen anhäufen und Auswendiglernen. Das macht noch Sinn beim Sprachenlernen (aber auch da lernen wir viel besser im konkreten Tun, indem wir zum Beispiel im entsprechenden Land die Sprache im Alltag lernen), ansonsten können wir ständig auf das geballte Wissen im Netz zurückgreifen.

Lernen meint, sich neue Fähigkeiten, Fertigkeiten und Verhaltensweisen aneignen, die natürlich auch mit Wissen und Kenntnissen gekoppelt sind. Das aber konkret angewendet wird. Und wie wir uns dieses Wissen aneignen und dann auch wieder anwenden können, das ist bei den Menschen sehr unterschiedlich.

Ich werde dazu nach und nach immer wieder Beispiele bringen und dabei unter anderem auf das Modell der Lerntypen eingehen.

Heute stelle ich Ihnen eine Methode vor, die vor allem für auditive Lerner sehr hilfreich ist, wie ich an mir selbst feststelle aber durchaus auch für Visuelle, wenn sie eben auch kinästhetische Anteile haben. Da wir ohnehin alle Mischtypen sind (wenn auch mit besonderen Ausprägungen) könnte von dieser Methode also jeder profitieren.

Humor und Reime

Ich habe vor vielen Jahren einmal festgestellt, dass ich aus dem Stegreif endlose alberne Reime zu einem Thema verfassen kann. Allerdings schriftlich – das ist also mein visueller Teil. Gleichzeitig schreibe ich einfach los und werde dabei höchst albern- das ist mein kinästhetischer Teil, der gerne Spaß hat und es auch nicht so genau nimmt.
Der Auditive lernt hingegen gut durch Reim und Rhythmus. Wenn der sich also Lernstoff als Rap reinzieht oder einem sonst wie rhythmischem Sprechgesang, hat er es sehr schnell intus.

Entdeckt habe ich diese Reimfreude im Zusammenhang mit eines Nachbarn Geburtstag, habe es dann aber auf sämtliche Seminarthemen übertragen. So reimte ich zum Thema Motivation, Suggestopädie, Kreativitätstechniken und auch so Schreckensthemen wie Akquise.

Ein paar Kostproben werde ich Ihnen hier geben.

Humor hilft bei Problemen

An dem Beispiel Akquise zeigt sich auch, dass Humor helfen kann, auch bei Schreckensthemen und Problemen kreative Lösungen zu finden. Oder sich zumindest aus dem Problemzustand in einen entspannteren Zustand zu bringen.

Das kennen wir aus dem NLP, dass wir im Problemzustand nicht zu kreativen Lösungen fähig sind.

Als ein Beispiel fällt mir wieder Sabine Dinkel ein (die ich in früheren Beiträgen schon erwähnte und deren Bücher ich rezensiert habe), die ihrer Krebserkrankung mit sehr viel Kreativität und Humor begegnet. Und so reimte sie neulich bei Twitter einige Alltagsepisoden – und da brach es bei mir wieder hervor und ich reimte aus dem Stand zurück. Ich konnte mich kaum bremsen, weil es mir ja solchen Spaß macht und ich damit wunderbar meine anstehende Arbeit prokrastinieren konnte.

Wie können Sie Reime im Training einsetzen?

Es gibt ganz verschiedene Formen, wie Sie Reime in Ihren Seminaren und Trainings einsetzen können und welche am meisten Sinn macht, hängt unter anderem vom Thema und der Zielsetzung ab.

  • Geht es um Lernen, also sollen sich Ihre Teilnehmer dadurch besser vielleicht trockene Inhalte merken?
  • Soll es helfen, bei einem angstbesetzten Thema lockerer zu werden oder Blockaden aufzulösen?
  • Sie können es auch als kreativen Einstieg in ein Thema nutzen.
  • Sie können es als Energizer einsetzen, der einfach gute Stimmung bringt und gleichzeitig einen Zusammenhang mit dem Seminarthema herstellt.
  • Oder Sie lassen die Teilnehmer selbst Reime entwickeln, was zur Erarbeitung und Vertiefung eines Themas beitragen kann.

Schauen wir uns die einzelnen Punkte genauer an.

Mir Reimen leichter lernen

Als alte Suggestopädin sind mir solche Übungen noch höchstvertraut, den meisten Trainern aber eher unbekannt. Da gab es solche Methoden wie den „Mönchsgang“, wo alle im Kreis herumgehen und gemeinsam Sätze sagen, die vom Lehrer oder Trainer vorgesprochen werden. Dadurch, dass alle gleichzeitig sprechen, wir die Hemmung genommen, weil man es vielleicht falsch ausspricht.

In meinen Trainings lasse ich Arbeitsgruppen auch schon mal die Ergebnisse als Rap vortragen. Der wird vorher in der Arbeitsgruppe gemeinsam getextet und dann vor der Gesamtgruppe vorgetragen.

Noch eine Nummer herausfordernder ist es natürlich, wenn die Teilnehmer die Reime auch singen oder sogar tanzen.

So habe ich auf die Melodie des „Specknerinnen-Tanz“ einen Text zum Thema „Online-Seminare“ geschrieben und tanze in Workshops zum Thema „Vom Präsenz- zum Online-Trainer“ mit den Teilnehmern diesen Tanz und schmettere dazu den Text.

 

Lernblockaden oder Ängste mit Reimen auflösen

 

Ich behaupte mal, ich kann nicht gleichzeitig lachen und Angst haben. Wenn ich ein angstbesetztes Thema komisch präsentiert bekomme, dann werden ganz sicher Ängste und Blockaden abgebaut. Vor allem, wenn dort vielleicht sogar die Ängste thematisiert werden, wie in meinem Akquise-Beispiel.

Akquise – die Miese

Akquise – die Miese

Jammert laut Luise

Wenn ich wüsste wie das ginge

Ich gar schöne Lieder singe

Doch mir wird nur angst und bange

Zögere gar schrecklich lange

Sitze starr vor’m Telefon

Aus der Kehle kommt kein Ton

Schweiß bricht aus und kalt zugleich

Zittre ich, bin auch ganz bleich,

doch ich muss es wirklich tun

kann nicht einfach friedlich ruhn.

Woher soll’n die Kunden wissen

Dass sie schmerzlich mich vermissen

(möcht’ am liebsten mich verpissen

und verkriechen hinter Kissen)

aber durch zusammen reißen

krieg ich nur das große Scheißen

es muss doch auch anders gehen

wie bei andern auch zu sehen.

Mit Akquise fröhlich leicht

Ich schon bald mein Ziel erreicht

Gespräche, offen, kompetent

Ziehe an mein liebstes Hemd

Bin begeistert von dem Thema

Presse nichts in fert’ges Schema

Höre Kunden wirklich zu

Bekomme den Vertrag im Nu

Freue mich auf den Kontakt

Find es gar nicht mehr vertrackt

Habe ja auch viel zu bieten

Wollen daher gern mich mieten

Und sollte es mal doch nicht klappen

Werd ich nicht zum Jammerlappen

Nicht alle passen gut zusammen

Brauch ich mich nicht für verdammen

Mit andern passt es dafür besser

Werde auch gleich wieder kesser

Und lachen sogar froh zusammen

Auch und gerade über Pannen

Die gehören auch zum Leben

Ist vielleicht sogar ein Segen

Denn so lern ich immer weiter

Manchmal traurig, manchmal heiter

Und Akquise wird am Ende

Mein Lieblingskind – welch eine Wende!

 

Kreativer Einstieg in ein Thema

 

Den Lerntypenreim kann ich als Wiederholung oder als Einstieg in ein Thema nehmen, da dort einige Besonderheiten der Lerntypen erfasst werden.

 

Kreative Seminarmethoden

will ich heute lautstark loben

darbieten mit allen Sinnen

können Teilnehmer gewinnen

tasten, fühlen und bewegen

ist für Kinästheten Segen                     

Auditive müssen’s selber sagen            

und `nen flotten Rhythmus wagen

Visuelle müssen’s sehen

sie sonst schwer nur was verstehen

statt Overhead und Power Point

die einschläfern wie’n dicker Joint

ist Aktivierung sehr viel besser

werden Teilnehmer gleich kesser

lernen schneller und mit Spaß

fragen nicht, was soll denn das?

Verstehen schneller dann den Sinn

wo das Gelernte sie führt hin

können selber ausprobieren

und Gehirnwindungen schmieren

dass Gelerntes leichter flutscht

und ins Langzeitgedächtnis rutscht.

Trainings machen Freude so

vor allem mit dem Rücken -Zoo.

Tanzen, singen, spielen, lachen

und viele andre Dinge machen

wird das Lernen leicht und frei

und sie lernen viel dabei.

Und für die Trainer ist es schön

die Teilnehmer so froh zu seh’n

kreativ sein ist viel netter

und egal wie heut das Wetter

ist der Trainer selber munter

und die Plakate sind viel bunter.

Langweilige Routine ist vorbei

lernt immer Neues selbst dabei

wenn er kreativer lehrt

kommen Aufträge vermehrt

Ist so für alle ein Gewinn

und macht von daher großen Sinn

Braucht vielleicht ein bisschen Mut

am Anfang, aber es tut gut!

Daran kann man sicher wunderbar eine Diskussion oder auch gleich Erarbeitung in Arbeitsgruppen anschließen, was darin steckt, was es bedeutet, wo die Teilnehmer zustimmen, welche Ideen sie dazu haben und vieles mehr.

Reime als Energizer mit Bezug zum Seminarthema

 

Dazu passt der oben schon erwähnte Tanz (Abwandlung vom Specknerinnen-Tanz). Ich kann die Teilnehmer aber auch die Reime vortragen lassen.
Jeder Teilnehmer bekommt einen Zweizeiler und soll sich dazu Bewegungen ausdenken. Er trägt dann den Zweiteiler vor, macht die Bewegung und alle wiederholen.

Wir können auch gemeinsam einen Rap aufführen, Lieder singen, alles ist denkbar.

Reime zur Erarbeitung und Vertiefung

 

Hier sind nun die Teilnehmer selbst gefragt. Sie sollen zu einem Thema einen Reim entwickeln. Dazu müssen sie sich mit den Inhalten befassen und diese dann in die Reimform bringen. Es ist klar, dass hierbei das Thema sehr gründlich wiederholt wird.
Die anschließende Aufführung in der Gesamtgruppe ist dann nur das Sahnehäubchen, das hauptsächliche Lernen findet vorher in der Arbeitsgruppe statt.

Hier kommen auch alle Lerntypen zum Zuge. Die Visuellen können schreiben und sich Reime ausdenken, die Auditiven schmettern den Rap und die Kinästheten haben Spaß dabei und dürfen sich dazu bewegen.

Reime als Randstimulus

Randstimulus ist auch wieder so ein Begriff aus der Suggestopädie. Das sind zum Beispiel Poster mit einem Foto und einem Spruch dazu, die einfach an der Wand des Seminarraums hängen und nicht unbedingt thematisiert werden müssen, sondern unbewusst wirken.

So habe ich oft meine Reimergüsse zum Seminarthema einfach an die Wand gehängt und die Teilnehmer konnten sich das in den Pausen zu Gemüte führen. Wie hier zum Thema Motivation.

Motivation

 

 

Ich denke, das sind nun genug Beispiele.

Also, wo und wie können Sie vielleicht Reime einsetzen?

Und wenn Sie sich selbst da für völlig unbegabt halten: probieren Sie es heimlich einmal aus. Nehmen Sie sich ein Thema vor und fangen sie einfach an. Sie müssen es ja niemandem zeigen, einfach mal ausprobieren, wie es läuft und ob es Ihnen Spaß macht, wenn Sie sich von dem Anspruch verabschieden, dass das nun hohe Lyrik werden soll. Sondern einfach ein Spaß-Blödel-Reim.

Vielleicht ergeht es Ihnen so wie mir, dass Sie völlig überrascht feststellen: „Mensch, das macht ja Spaß!“

Ansonsten stiften Sie Ihre Teilnehmer zum Reimen an. Sie sollen sich selbst Reime schreiben zu Themen, die sie lernen wollen. Auch hier werden sie manch positive Überraschung erleben.

Und online?

Da können Sie fast alle oben erwähnten Varianten auch durchführen, außer dem Mönchsgang. Aber sprechen und rappen können Ihre Teilnehmer auch im Webinar, ich mach ja noch ganz andere Sachen mit ihnen. Sie können als Trainer einen Reim vortragen, Sie können die Teilnehmer reimen und singen lassen – alles ist möglich! Auch im Forum können sie schriftlich reimen lassen, da habe ich schon seitenweise Ergüsse zu lesen bekommen. Denn auch bei den Teilnehmern sind viele überrascht, dass ihnen das Spaß macht und dass ihnen soviel dabei einfällt. Und „nebenbei“ lernen sie dabei trockenen Lernstoff, Gesetzestexte, medizinisches Fachwissen oder Regeln der Kommunikation.

 

Also, warum lange warten?
Schreiben Sie sofort auf Karten
welche Themen bald dran sind
und reimen fröhlich wie ein Kind.
Ich wünsche Ihnen ganz viel Freude
rappen Kühe auf der Weide
Teilnehmer im Seminar
so lernen alle wunderbar!

 

Welche Themen eignen sich für Online-Seminare?

Ich werde oft gefragt, ob dieses oder jenes Thema denn überhaupt für ein Online-Seminar geeignet ist. Oder manche meinen auch direkt: „Mein Thema ist dafür nicht geeignet, weil…“.

Die Frage ist, ob das so stimmt.
Schauen wir uns einige Themen und Argumente genauer an.

Ein häufiges Argument ist: „Ich brauche den direkten Kontakt zu den Teilnehmern.“ „Ich muss meine Teilnehmer sehen können“. „Ich muss direkt etwas vormachen.“

Es kann sich dabei um Themen handeln wie Kommunikation, Körpersprache, NLP, Rhetorik etc.

Dazu kann ich von einigen Erfahrungen mit anderen Online-Trainer sagen, dass all diese Themen sehr gut online funktionieren.

Ich habe vor Jahren mal an einem Rhetorik-Online-Seminar teilgenommen und es war großartig, zumal auch die Trainerin großartig ist. Isabel Garcia tritt inzwischen vor allem als Vortragsrednerin auf, aber nach langem Suchen habe ich noch einen Online-Kurs gefunden, der wohl ähnlich ist, wie der von mir besuchte.
Sie zeigte auf den Videos wie man richtig sitz, atmet, sich bewegt und spricht und wir bekamen konkrete kleine Übungen für den Alltag. Dazu gab es dann ab und zu ein Webinar, wo man noch Fragen stellen konnte.

Das ist nur ein Beispiel. Der entscheidene Punkt bei all diesen  Themen ist es eben, dass man es auch nicht in einem zweitägigen Präsenzseminar komplett lernen kann. Auch da bekommt man Methoden und Tipps an die Hand und dann erst kommt das Entscheidende.

Weiterlesen

Interaktive Lernspiele für Online-Seminare und Ihre Webseite

Online-Spiele auch für Erwachsene?

Falls Sie sich fragen, ob auch Erwachsene in Online-Seminaren spielen wollen, kann ich das nur mit Ja beantworten. Ich stelle in meinen Seminaren sowohl im Forum Spiele ein und während der Webinare gibt es zwischendurch auch immer Energizer. Und die meisten Teilnehmer machen begeistert mit.
Im Forum erlebe ich oft, dass auch die Teilnehmer, die über mangelnde Zeit für den ganzen Stoff klagen, doch immer wieder Zeit finden, mal eben in die Abteilung Energizer zu verschwinden. So ist es ja auch gedacht. Als Unterbrechung, die Spaß macht und somit wieder neue Energie bringt.

Wenn diese Spiele dann noch mit dem Seminarthema zu tun haben, dann können sie es sogar mit gutem Gewissen machen. 😉 .
Weiterlesen